Schenkung Brigitte Bretschneider. Textile Kostbarkeiten | Rückblick Ausstellungen | Städtische Galerie Dresden – Kunstsammlung

Schenkung Brigitte Bretschneider. Textile Kostbarkeiten

8. Juli bis 15. Oktober
Projektraum Neue Galerie

Kennern und Liebhabern sind die Stickereien und Applikationen von Brigitte Bretschneider nicht unbekannt, wenngleich sich die Meißner Künstlerin mit öffentlichen Auftritten bislang weitgehend zurückhielt. Seit 1946 fertigt die heute 92-Jährige unermüdlich textile Kostbarkeiten. Ihre gestickte und genähte Malerei wächst in intensiver und langwieriger Handarbeit. Darin verneigt sich die Künstlerin in großer Ehrfurcht und tiefer Religiosität vor dem Leben: Pflanzen, Tiere, Menschen und Engel bevölkern ihre textile Welt; in dunklen Szenen hat sie um 1947 auch dem Gefühl des Verlorenseins und der Angst eindrucksvoll Ausdruck verliehen.

Brigitte Bretschneider ist 1925 geboren. Die Arbeit mit Textilien war ihr als Tochter eines Meißner Tapeziermeisters und Dekorateurs von Kindesbeinen an vertraut. 1941 bis 1944 besuchte sie zudem die Dresdner Meisterschule für das deutsche Handwerk in der Abteilung für textiles Kunsthandwerk, wo sie ihre Neigungen perfektionieren konnte. Nach kriegsbedingter Unterbrechung konnte sie ihr Studium erst 1947 an der neu eröffneten Hochschule für Werkkunst fortführen. Ende der 1940er Jahre sah sie sich verpflichtet, in das elterliche Geschäft einzusteigen und erlernte damit auch dieses Handwerk. Die Meisterprüfung als Dekorateur und Tapezierer legte sie 1962 ab.

Zu unserer großen Freude hat sich Brigitte Bretschneider in diesem Jahr entschlossen, der Städtischen Galerie 19 Applikationsstickereien – den Zeitraum von 1946 bis 2015 umfassend – zu übergeben. Mit dieser Ausstellung stellen wir ihre großzügige Schenkung der Öffentlichkeit vor.


Brigitte Bretschneider: Paradiesgarten, um 1957, Applikation, Stickerei, 47,9 x 47,6 cm, Städtische Galerie Dresden, Foto: Franz Zadnicek