Sein und Wesen Der unbekannte A.R. Penck | Rückblick Ausstellungen | Städtische Galerie Dresden – Kunstsammlung

Sein und Wesen
Der unbekannte A.R. Penck

5. April bis 29. Juni 2008
Sonderausstellung

Mit der Unterstützung öffentlicher und privater Förderer konnte die Städtische Galerie Dresden im Herbst 2007 eine umfangreiche Sammlung mit Werken von A.R. Penck (Ralf Winkler) aus dem Besitz des Penck-Jugendfreundes und ehemaligen Galeristen Jürgen Schweinebraden erwerben.

Das Konvolut umfasst etwa 40 Gemälde, Objekte und Assemblagen, 330 Aquarelle und Zeichnungen, 340 Übermalungen, 80 druckgrafische Arbeiten sowie etwa 100 Werke aus dem Umkreis der Künstlergruppe „Lücke“, an deren Entstehung A.R. Penck mitgewirkt hat. Der überwiegende Teil der Sammlung stammt aus der Dresdner Zeit von A.R. Penck, von dessen künstlerischen Anfängen in den 1950er Jahren bis zu dessen Ausreise aus der DDR im August 1980.
In einem ersten Überblick wird die Neuerwerbung nun in zusammenhängender Form der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Ausstellung zeigt ein breites Spektrum oft experimenteller Arbeiten aus dem Frühwerk des Künstlers von den 1950er bis Ende der 1970er Jahre.

A.R. Penck wurde 1939 als Ralf Winkler in Dresden geboren. In einem Volkshochschulkurs bei Jürgen Böttcher erhielt er 1953/54 seine erste künstlerische Prägung. In seinen frühen Werken setzte er sich intensiv mit der Kunst von Rembrandt und Picasso auseinander. Um 1960 entwickelte er eine künstlerische Zeichensprache, mit der er Weltruhm erlangen sollte. In der Folge entstanden die sogenannten „Welt-“ und „Systembilder“, und er entwickelte sein „Standart“-System. 1968 hatte er seine erste Einzelausstellung in der Galerie Michael Werner in Köln und nahm das Pseudonym A.R. Penck an. Seine Bewerbung um die Mitgliedschaft im Verband Bildender Künstler der DDR wurde 1968 abgelehnt. 1971 bis 1976 arbeitete A.R. Penck in der Gruppe „Lücke“ gemeinsam mit künstlerischen Autodidakten an Gemeinschaftsbildern. Öffentliche Ausstellungen blieben ihm in der DDR verwehrt, während er in Westdeutschland und Westeuropa Erfolge feierte. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1972 mit seiner Beteiligung an der documenta 5, ohne dass er selbst je in den Westen reisen durfte. 1973 fand seine erste Einzelausstellung in der DDR in der „EP-Galerie“ von Jürgen Schweinebraden in Berlin statt. 1980 verließ A.R. Penck die DDR und lebt heute überwiegend in Irland.

Zur Ausstellung erschien ein Katalog im Prestel-Verlag mit einem Verzeichnis der Arbeiten sowie Texten von Gisbert Porstmann, Jürgen Schweinebraden Frhr. von Wichmann-Eichhorn, Jürgen Schieferdecker, Johannes Schmidt und einem Interview mit Werner Schmidt.