


Künstlerin & Jüdin
Unabhängig von ihrer Kunst lebte die Malerin einen selbstbestimmten, für ihre Zeit sehr progressiven Lebensstil. Sie stand für Künstlerkollegen Modell, ging mit ihrem Freund und Mentor Fritz Hofmann-Juan auf Reisen, widmete sich dem Reitsport und trat als Dressurreiterin im Zirkus auf. Dies alles endete abrupt im Jahr 1933 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten.
Irena Rabinowicz verlor ihre Mitgliedschaften in Künstlerverbänden und Reichskulturkammer und bald stellte auch keine private Galerie mehr ihre Werke aus. Bis Anfang 1945 überstand sie die bis zur Zwangsarbeit reichenden Repressalien. Im Februar 1945 verhinderten nur die Bombenangriffe auf Dresden ihre vorgesehen gewesene Deportation.

Neuanfang
Nach 1945 begann für die Künstlerin ein neues, wenn auch ebenfalls nicht unproblematisches Leben. Sie fügte sich in die gesellschaftlichen Entwicklungen und genoss als Verfolgte des Naziregimes sogar gewisse Privilegien. Diese Stellung nutzte sie jedoch nach der kulturpolitischen Hysterie der frühen 1950er Jahre nur noch sehr zurückhaltend. Sie blieb ihren künstlerischen Interessen treu und porträtierte weiter Personen aus dem Dresdner Kultur- und Geistesleben. Bis Anfang der 1970er Jahre schuf sie eine regelrechte Bildnisgalerie Dresdner Persönlichkeiten. Mit ihrem Lebenslauf ist sie ebenso wie mit den durch ihre Porträts festgehaltenen Kontakten im wahrsten Sinne des Wortes eine Jahrhundertzeugin.
Zu Ausstellung und Katalog
Die Präsentation ihrer Werke und der Versuch der Rekonstruktion ihrer Biografie soll eine Lücke in der Kunst- und Kulturgeschichte der Stadt Dresden schließen.
Ein Begleitbuch zur Ausstellung in deutscher und englischer Sprache erscheint im Sandstein Verlag (34 €, während der Ausstellung im Museumsshop 28 € / ISBN 978-3-95498-799-3).
