
Franziska Klotz nimmt in ihrem Zyklus »sur-faces« junge Menschen in den Blick. Als Vorlage dienen ihr Selfies und Fotos, mit denen sich die Heranwachsenden online präsentieren. Wir sehen also Selbst-Inszenierungen von Jugendlichen, durch die Augen und die malende Hand von Franziska Klotz neu erfasst.
Der Titel »sur-faces« spielt sowohl auf die glatten Oberflächen von Smartphones an, als auch auf die Gesichter der meist weiblichen Protagonisten. Deren Körper, in geschützten Räumen fotografiert, öffnen sich der Weite des Internets. Wo bleibt in diesem Prozess die Stofflichkeit des Seins, wie kann man sich den Jugendlichen trotz trennender Displays künstlerisch annähern? Franziska Klotz wählt dafür eine expressive und fragmentierende Art der Malerei: Die zum Teil roh belassenen Leinwände bestimmen den Ausdruck der Gemälde entschieden mit, sodass es wirkt, als seien diese genauso verletzlich wie die Dargestellten. Die flüchtigen, oft trivialen Momente, die die Handyfotos ursprünglich eingefangen haben – entstanden in dem unwirklichen Zeitraum zwischen Kindheit und Erwachsensein – stellt Franziska Klotz mit ihren Werken auf Dauer.